Neue Teutendorfer Siedlung – Vorstellung im Ortsrat Travemünde

0
180
Ortsrat Travemünde - Baugebiet
Viele Interessierte in Travemünde bei der Sitzung des Ortsrates die als Informationsveranstaltung ausgerufen worden ist. Das Thema zum Baugebiet Neue Teutendorfer Siedlung " erreichte viele Bürger.

Seit 2017 wird an dem Projekt geplant, am 14.11.2018 wurde das Konzept von den Architekten und Stadtplanern in der Ortsratssitzung vorgestellt.

Anzeige

Die neue Teutendorfer Siedlung in Travemünde wird seit Anfang 2017 geplant, so Katharina Belchhaus, die die Hansestadt Lübeck auf der Sitzung des Ortsrates vertreten hat. Die Planung gestaltete sich als langwierig da bestimmte Aspekte hinsichtlich der Moorbek (bisher Nebenarm der Trave und Kanalabfluss in die Ostsee) und des Landschaftsschutzes einzuhalten sind und die Planungen auch verkehrstechnisch beachtet werden müssen.

Die alte Teutendorfer Siedlung hat ihre Identität, auch hier soll dem derzeitigen Stand der Dinge Rechnung getragen werden. Das Gelände hat insgesamt eine starke Topografie, die auch das Bild in Travemünde prägt. Es ist viel Grün vorhanden und wenn nun ein kompletter neuer Stadtteil im Randbereich von Travemünde entstehen soll, geht dies einher mit vielen Dingen, die bei der Stadtplanung berücksichtigt werden müssen.

Geplant wird mit Einfamilien und Reihenhäusern in den Randbereichen und zur Mitte hin wird dann der Geschosswohnungsbau realisiert. Als eine Art Zentrumsstraße soll die Zuwegung in das neue Wohngebiet führen. An dieser zentralen Straße finden sich dann auch die Kindertagesstätten wieder, die für ein Gebiet in dieser Größe, man spricht von gut 550 Wohneinheiten, notwendig werden. Die Größe umfasst 8 Bau-Felder die alle im Einzelnen durchmischt werden sollen, also Geschosswohnungsbau und Einzelhäuser.

Keine abschließende Vorstellung gab es zu den verkehrstechnischen Problematiken, hier muss noch erörtert werden, inwieweit der aufkommende zusätzliche Verkehr geregelt werden soll. Auch Fragen zum Landschaftsschutz und zu den möglichen Problemen mit dem Abfluss von Starkregenereignissen konnten nicht abschließend dargestellt werden. Hier besteht noch viel Bedarf an Diskussion seitens der Stadtplaner und der Politik.

Nach der Vorstellung, welche qualitativ noch sehr dürftig gewesen ist, man wird dazu noch weitere Vorstellungsrunden geben, konnten die Zuschauer ihre Fragen an das Gremium stellen.

Thomas Thalau, der Vorsitzende der CDU Travemünde, stellte die Frage inwieweit Schulen ausgebaut oder erneuert werden, da davon auszugehen ist das die derzeitigen schulischen Kapazitäten voll ausgeschöpft sind. Beantwortet wurde das damit das die Gutachten noch nicht erstellt sind und deswegen noch keine besonderen Erkenntnisse präsent sind.

Dieselbe Antwort erhielt man auch zum Thema Straßenverkehr, das ist ohnehin ein Dauerthema in Travemünde und die Antworten sind hierzu einfach unbefriedigend. Die Kreuzung Dreilingsberg kann, sofern dort bis zu 1000 Menschen leben, den Verkehr nicht ohne Weiteres tragen. Die Konzepte sind bisher noch nicht schlüssig vorgetragen worden und das Thema 2. Zufahrt ins Seebad brennt den Travemündern unter den Nägeln.

Schutzgebiet Travemünder Winkel
In diesem Gebiet liegt Brisanz. Das Schutzgebiet soll aufgehoben werden. Quelle: LLUR

Der Travemünder Carl Howe (GAL) wollte wissen ob die Aspekte zum Landschaftsschutzgebiet bereits angefragt sind oder nur in den Planungen dargestellt werden. Es ist immer besser wenn man hierzu konkrete Aussagen erhält. Spekulationen sind sinnlos, denn das was dort entsteht ist ja schon konkret in den Planungen. Es wird also eine Antwort darauf geben müssen, inwieweit bereits Anfragen bei den zuständigen Landesbehörden angefragt sind. Wer sich informieren möchte wie sich Landschaftsschutzgebiete in Schleswig Holstein darstellen kann hier Informationen erhalten.

Das Thema Verkehr für das neue Wohngebiet wird die Travemünder noch lange beschäftigen. Insbesondere der Verkehrszuwachs durch die neuen Gebiete Baggersand und Fischereihafen, werden weitere Probleme hervorrufen, dies wurde von Heino Haase (Die Unabhängigen) vorgetragen. Er stellte auch eine Zufahrt über den Howingsbrook den Planern vor. Ferner wies Heino Haase deutlich auf die Entwässerungsprobleme hin. Er sieht darin besondere Herausforderungen an die Planer der Stadt Lübeck.

Frau Belchhaus ging auf das Thema Landschaftsschutzgebiet ein und stellte dar, dass das Gebiet gleichzeitig mit den Planungen aus dem Landschaftsschutz entlassen werden soll. LSG Entlassungsverfahren nennt man das und es ist davon auszugehen das es hier erhöhten Widerstand geben wird.

Großen Applaus erhielt der Vorsitzende des Ortsrates zu seinen Ausführungen über die desolate Planung, die nicht ausgereift erscheint und er bat ausdrücklich davon die Travemünder mitzunehmen. So wie sich das zum momentan Planungsstand anhört, sieht es zum gegenwärtigen Zeitpunkt so aus, dass hier die Stadtplanung ihre Alleingänge fortsetzen wird.

Sozialer Wohnungsbau soll stattfinden, Frau Belchhaus nannte eine Zahl von 80 Wohnungen. Darüber wir noch zu reden sein, so wird das sicherlich in Lübeck in den sozial eingestellten Fraktionen nicht gut ankommen. Der Bürgerschaftsbeschluss sagt 30 %, 30 % von 550 Wohneinheiten sind 150 und nicht die genannte Zahl. Frau Haltern (SPD) wünscht sich eine gute Durchmischung auch hinsichtlich der Altersstruktur in dem neuen Ortsteil. Mit bezahlbarem Wohnraum tut man sich in Lübeck weiterhin schwer. Es werden nicht alle Wohneinheiten gerechnet, lediglich der Anteil im Geschosswohnungsbau liegt der Berechnung zugrunde und hat bei einigen Planungen, insbesondere in Travemünde nur Alibicharakter. Würde sozialer Wohnungsbau ganz oben auf der Agenda zu finden sein, würde forciert Geschosswohnungsbau betrieben werden, was bei diesem Baugebiet deutlich unter den Möglichkeiten liegt.

Es wird noch viel Wasser die Trave herunterfliessen bis diese neue Wohngebiet entstehen kann und die Diskussion muss fundierter und sachlicher werden. Das Ziel der Planer ist es bis 2020 Baurecht zu bekommen, ob das gelingt? Die Zukunft wird es zeigen.