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Dienstag, 31 März 2020

„Fridays gegen Altersarmut“: Mahnwache in Lübeck für würdiges Leben im Ruhestand

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Es ist aktuell eine der am schnellsten wachsenden Bewegungen im Internet: „Fridays gegen Altersarmut“. Die Mitglieder warnen vor der Armut im Alter und einer nicht ausreichenden Rente nach einem langen Arbeitsleben. Zeit trifft Geist und auch die Omas gegen rechts hielten eine Mahnwache

Mahnwachen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Staatsführung Fehler macht. Wenn Menschen protestieren und auf die Straße gehen, besteht eine Differenz zwischen dem Handeln der Staatsführung und dem was die Menschen eigentlich wollen. So ist eine Facebook-Gruppe entstanden, welche innerhalb kürzester Zeit auf gut 300.000 Mitglieder anwuchs und sich nach wie vor durch großen Zulauf im weiter im Wachstum befindet.

Lübeck hat demonstriert mit einer Mahnwache. Einer Mahnwache vor der Angst nach einem langen Arbeitsleben Pfandflaschen sammeln zu müssen. Die Kosten steigen. Strom, Wohnen, Versicherungen, Kommunikation und Fortbewegung werden immer teurer die Rentenanpassung stagniert oder steigt nur gering an und die Staatsführung wirft mit dem Geld nur so um sich. Nur bei den Rentnern kommt nichts an.

Das Engagement gegen Altersarmut ist längst überfällig, so sahen es auch die gut 90 Menschen, die sich gestern in der Breiten Straße versammelt haben und friedlich und still auf sich aufmerksam gemacht haben. Es ist ein Zeichen, dass man Beachtung finden möchte, denn dahinter steht die Aussage “Seht hin, hier stehen wir und wir haben Angst das wir den Rest unseres Lebens nicht in Würde verbringen können.”

Omas gegen Rechts

Zu dieser Demonstration erschienen ebenfalls die Omas gegen rechts. Auch sie wollten Aufmerksamkeit erringen, da sie befürchten das hier rechte Tendenzen unseren Staat unterwandern wollen. Der Umgang miteinander war ebenfalls friedlich und ein paar Handzettel gegen die AfD bei der Wahl in Hamburg wurden verteilt. Ein wenig Dialog war auch vorhanden und im Grunde genommen wäre es doch eigentlich eine schöne Sache, wenn sich der Dialog vertiefen könnte. Überschneidungen in den Thematiken sind doch reichlich vorhanden.

Eine besondere Situation eigentlich, die auch soziologische Aspekte beinhaltet. Weg von den Handys und Computern. Wieder hinausgehen und miteinander reden. Das ist schön und vielleicht bleibt dies ja auch so. Wenn man jetzt den Weg zur Politik finden könnte, könnten wieder Dialoge entstehen. Die Gewissheit, dass die Politik sich nicht verschließt, ist jedenfalls gegeben. Man kann seinen Unmut beispielsweise auch an den Wahlständen der Parteien äußern.

Trittbrettfahrer

Inzwischen gibt es vier Gruppen in den sozialen Netzwerken die den gleichen Namen haben. Drei davon scheinen die gleiche Zielsetzung zu verfolgen für die rechten Parteien Wähler einzusammeln und die Zersetzung unseres Staatssystems fördern zu wollen. Nur diese eine Gruppe hat sich von vorne rein von der Politik von Rechten und Linken komplett distanziert. Wenn etwas viral geht, besteht immer die Gefahr das Trolle und Baiter solche Situation ausnutzen wollen, um einen gewissen Nutzen daraus zu ziehen. Auch Jörg Meuthen von der AFD versuchte für seine Partei auf Stimmenfang zu gehen. Dabei hat doch die Alternative für Deutschland ein klares Ziel. Im Parteiprogramm steht fest verankert, dass man das Rentensystem in der heutigen Form abschaffen will. Menschen sollen sich privat versichern und damit ist doch die Aussage gegeben, dass die AFD zu den Parteien gehört, die den Sozialstaat abschaffen wollen. Weshalb nun gerade die AFD auf dem gegen Armut Zug aufspringt, bleibt auch vielen Menschen ein Rätsel. Lediglich der Stimmenfang ist erkennbar, einen hochinteressanten Artikel finden die Leser hier bei der Frankfurter Rundschau.

Die Gruppe, die heute die Mahnwache abgehalten hat, hat leider auch einen Makel. Der Gründer & Administrator soll in der Vergangenheit mit weniger schönen Aussagen eine rechte Gesinnung propagiert haben. Das mag stimmen, doch für die derzeit bestehende Gruppe “Fridays gegen Altersarmut” (hier die originale Gruppe verlinkt) hat auch er sich ganz klar gegen politische Einflussnahme ausgesprochen. Unterstrichen wurde die Aussage damit, dass entsprechende Kommentare in der moderierten Gruppe relativ zeitnah entfernt worden sind. Sein gesellschaftliches Engagement war hier längst überfällig denn die Politik macht bisher keine Anstalten vernünftige Konzepte vorzulegen doch oberflächlich darf man diese Gruppen nicht betrachten. Sofern er damit eine rechte Gesinnung untermauern wollte, ist ihm das mit der FgA Gruppe nicht gelungen, denn dort finden sich viele Menschen die weder links noch rechts irgendwelche Intensionen haben und auch sofort austreten würden, sofern die Gruppe im späteren Verlauf dazu benutzt werden könnte, solche zersetzenden Aktionen unterstützen zu wollen.

Sie werden sich nicht vor einen Karren spannen, der nach rechts abfährt und so wie die Lübecker:innen denken, tun das auch viele andere.

Wer die Medien beobachtet, wird feststellen, dass sehr viel Unterstellung vorhanden ist, jedoch hat bisher keiner, auch nicht die großen Medien irgendwelche Aussagen finden können die ein solches, rechts gerichtetes Ansinnen untermauern würden. Es ist viel heiße Luft unterwegs.

Wenn sich die Gesellschaft gegen Altersarmut engagiert ist die nur recht und billig und es sollte ein Weckruf an die etablierten Parteien sein, die Wege wieder in die richtige Richtung zu lenken.

Etwas weniger Aufmerksamkeit und Subventionen für die BOSSE und BANKEN und eine sozialere Politik für alle Menschen ist hier eine eindeutige Forderung. Vielleicht begreift die Politik jetzt, wie es um Deutschland bestellt ist. Die Jugend demonstriert für Klima, Landwirte um mehr Ökologie und nun die Bewegung gegen die Armut. All dies sind Zeichen der Zeit die sich inzwischen zum Zeitgeist manifestieren.

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